Vom Wolgadelta bis zu den Quellen

Posted on 15/09/2010. Filed under: News Weltkirche | Schlagwörter: , , , , |

Heute beginnt die große Reise des Kapellenschiffs „Heiliger Fürst
Vladimir“ mit Reliquien aus der Zeit der vereinten Kirche

Heute beginnt in Wolgograd die Flussfahrt des Kapellenschiffes „Hl.
apostelgleicher Fürst Vladimir“. Die schwimmende Kirche wird mehr als
3.000 Kilometer von der Mündung des Flusses Wolga bis zu seinen Quellen
zurücklegen und die Reise in Moskau beenden. Die Reise steht unter dem
Segen des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, S.H. Kirill.

An Bord befindet sich ein Schrein mit den Reliquien von acht Heiligen
der ungeteilten Kirche: Johannes des Täufers, der Heiligen Anna, des
Apostels Bartholomäus, der Märtyrer Stefan und Laurentius, des Heiligen
Georg, des Johannes Chrisosthomos und des heiligen Kirill, der die
Slawen missioniert hat.

Diese Reliquien sind ein Geschenk des Heiligen Stuhls an die
Russisch-Orthodoxe Kirche. Vor Beginn der Fahrt wurde in Volgograd am
Hafenkai des Stadtteils Kirovskij ein Bittgottesdienst abgehalten. Den
Gottesdienst leitete Metropolit German von Volgograd und Kamyshin. An
dem Bittgottesdienst nahm der erste Sekretär der Vertretung des Heiligen
Stuhls in der Russischen Föderation teil, Msgr. Visvaldas Kulbokas, der
die Reliquien zum schwimmenden Schiff gebracht hat.

Auf seinem Weg vom Wolgadelta bis zu den Oberläufen des Flusses wird das
Kapellenschiff zunächst nach Süden fahren und die Gebiete Kalmykien und
Astrakhan besuchen. Dann beginnt die Reise nach Norden auf der
sogenannten „Hauptstrasse Russlands“. Unter den Städten, an denen das
Schiff anlegen wird, sind Saratov, Samara, Kazan, Nizhnij Novgorod,
Yaroslavl. Neben diesen großen Städten wird das Kapellenschiff auch in
kleinen Siedlungen Halt machen, um es möglichst vielen Bürgern in der
russischen Provinz zu ermöglichen, die an Bord befindlichen Reliquien
der Heiligen zu ehren.

Endpunkt der Reise ist Moskau. Dort wird das Schiff überwintern. Ein
großer Teil der Strecke führt durch Gebiete, die in diesem Jahr von
Dürre und Bränden heimgesucht wurden. Die Organisatoren glauben, dass
die Gebete an die Heiligen, deren Reliquien sich auf dem Schiff
befinden, den Einwohnern dieser Gebiete helfen werden, innere Ruhe und
Lebensmut wiederzufinden. Auch der Apostolische Nuntius des Heiligen
Stuhls in Moskau, Antonio Mennini, gab in einem Brief unter anderem
seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Menschen in den Katastrophengebieten
durch diesen Besuch Trost erfahren mögen.

An Bord wird – neben dem Kapitän und den Matrosen – auch immer ein
orthodoxer Priester sein. An den Haltepunkten werden in der Kirche des
Hl. Vladimirs Gottesdienste abgehalten.

Das heutige Kapellenschiff war früher ein Landungsboot. Die eigentliche
Kirche auf dem Schiff trägt den Namen des apostelgleichen Fürsten Hl.
Vladimir, der Russland getauft hat. Das Schiff selbst aber heißt „Pater
Werenfried“ – zu Ehren des Priesters und Prämonstratensers Werenfried
van Straaten (1913-2003), der das Hilfswerk „Kirche in Not“ gegründet
und geleitet hat und der an dem Bau der Kirchenboote auf der Wolga, der
„Flottille für Gott“ großen Anteil hatte. Eines der wichtigsten Ziele
des Prämonstratensers war die Versöhnung. Anfang der neunziger Jahre
knüpfte „Kirche in Not“ den Kontakt zur Russisch Orthodoxen Kirche und
finanziert seit dieser Zeit in Russland gemeinsame Projekte.

Vorsteher des Kapellenschiffes ist Metropolit German von Volgograd und
Kamyshin. Das Kapellenschiff hat eine eigene feste Gemeinde. Der
Vorstand des Gemeinderates, ein bekannter Unternehmer der Stadt
Volgograd, Vladimir Koreckij, ist auch einer der wichtigsten
Organisatoren dieser Wolgafahrt.

Einer der Ideengeber für diese Reise ist Peter Humeniuk, Leiter der
russischen Abteilung von „Kirche in Not“. Er ist davon überzeugt, dass
diese Reise auf den Gewässern des großen russischen Flusses zahlreiche
symbolische Momente haben wird. Seit Beginn wird die christliche Kirche
von den Gläubigen mit einem Rettungsschiff verglichen. Und die Reliquien
der Heiligen der ungeteilten Kirche, die sich an Bord der schwimmenden
Kirche befinden, erinnern an genau jene Zeiten, als dieses Bild der
Kirche als Schiff erst entstanden war und die Christen noch vereint
waren. „Unser ganzes Leben ist eine Art Schiffsreise“, sagte Humeniuk im
Interview für „Blagovest-Info“. Und weiter: „Orientierung und Kompass
während dieser Reise sollte die Kirche sein und ihre Heiligen.“ Das von
ihm vertretene Hilfswerk „Kirche in Not“ sehe sich „gleichsam in der
Rolle eines Katalysators im Dialog zwischen der Orthodoxen Kirche und
der Katholischen Kirche“. Die Kirchen selbst hätten diesen Dialog
begonnen, und „sie selbst müssen in den wesentlichen Fragen zu einem
Einvernehmen kommen“.

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